"Wie kommt es eigentlich zum Down-Syndrom?"
Kinder mit Down-Syndrom zeigen mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten.
Ihr Kind wird ganz individuelle Züge haben, die es von seinen
Eltern geerbt hat. Es mag seiner Mutter, seinem Vater, einer
Grußmutter
oder Tante ähneln. Das trifft nicht nur auf das äußere
Erscheinungsbild zu, sondern auch auf das Temperament und die
körperlichen
und geistigen Fähigkeiten: Kinder mit Down-Syndrom
können leicht zu führen oder eigenwillig sein. Manche
mögen
Musik, während andere daran überhaupt kein Interesse zeigen.
Manche
mögen energiegeladen, andere wenig aktiv sein. Alle sind in
gewissem
Maße geistig behindert, mache mehr, andere weniger.
Ignorieren Sie Verallgemeinerungen wie "Kinder mit Down-Syndrom" sind
sanftmütig und lieben Musik. Das trifft bestimmt nicht für
alle
Kinder mit diesem Syndrom zu. Menschen mit Down-Syndrom unterscheiden
sich sehr in ihrem Aussehen, ihrem Temperament und ihren
Fähigkeiten, jeder von ihnen ist eine einzigartige
Persönlichkeit.
Als Syndrom bezeichnet man im allgemeinen ein Krankheitsbild, das
man
anhand von mehreren auftretenden Merkmalen erkennen kann.
Ein angeborenes Syndrom wie Down-Syndrom ist schon bei der Geburt
vorhanden.
Es gibt Tausende von verschiedenen angeborenen
Syndromen. Normalerweise werden Syndrome nach demjenigen benannt, der
sie zuerst beschreibt, im Falle von Down-Syndrom war dies Dr.
J. L. Down.
Schon auf einem Altar von 1505 kann man einen Menschen mit
Down-Syndrom
erkennen. Aber bis 1866 scheint Down-Syndrom nicht als
eigenständiges Syndrom erkannt worden zu sein. Der englische Arzt
John Langdon Down (1828-1896) faßte als erster die
charakteristischen Merkmale zusammen. Ihm war jedoch die Ursache des
Zustandes unbekannt. Erst 1959 zeigten Lejeune und seine
Mitarbeiter in Paris, daß Menschen mit Down-Syndrom ein
zusätzliches
Chromosom besitzen.
Menschen mit Down-Syndrom wurden früher als mongoloid
bezeichnet,
ein solcher Begriff ist heute unzeitgemäß, wir benutzen
heute
die
Begriffe Down-Syndrom.
Es ist in erster Linie ein Kind, und die Tatsache, daß es Down-Syndrom hat, ist erst in zweiter Linie wichtig.
Auf annähernd 700 Geburten kommt durchschnittlich ein Kind mit
Down-Syndrom, mit höherem Alter der Eltern steigt die Chance, ein
Kind
mit Down-Syndrom zu bekommen.
Der Arzt erkennt nach der Geburt ein Kind mit Down-Syndrom aufgrund folgender Merkmale:
Gesicht: Ein Kind mit Down-Syndrom hat gewöhnlich ein rundes Gesicht, das Profil ist eher flach
Kopf: Der Hinterkopf ist bei den meisten Menschen mit Down-Syndrom leicht abgeflacht.
Augen: Die Augen fast aller Kinder sind
leicht
schräg aufwärts gerichtet. Zusätzlich verläuft oft
eine schmale Hautfalte senkrecht
zwischen dem inneren Augenwinkel und dem
Nasenrücken.
Die Augen können weiße oder hellgelbe Flecken am Rand der
Iris
haben.
Haare: Die Haare sind normalerweise weich und glatt.
Genick: Neugeborene Babys mit Down-Syndrom
können zusätzliche Hautfalten im Genick haben, die aber
gewöhnlich
mit dem
Wachstum verschwinden.
Muskeltonus: Die Gliedmaßen und der
Hals
kleiner Kinder mit Down-Syndrom sind oft schlaff. Diese
Muskelschwäche
nennt man
Hypotonie.
Mund: Die Mundhöhle weist oft einen
schmalen,
hohen Gaumen auf. Aufgrund eines schwächeren Muskeltonus kann die
Zunge bei
ungenügendem Mundschluß zeitweise
aus dem Mund herausschauen.
Hände: Die Hände sind oft breit
und
die Finger kurz. Viele Menschen mit Down-Syndrom haben eine
"Vierfingerfurche".
Das heißt,
die Handfläche ist von einer Linie
durchzogen.
Füße: Die Füße sind oft gedrungen und haben einen
großen Zwischenraum zwischen
der ersten und zweiten Zehe.
Körpergröße: Kinder mit
Down-Syndrom
wiegen bei der Geburt normalerweise weniger als der Durchschnitt,
meistens
sind sie bei
der Geburt auch kleiner. Die endgültige
Größe bei Erwachsenen liegt im allgemeinen unter dem
Familiendurchschnitt.
Wie Down-Syndrom entsteht:
Der menschliche Körper besteht aus winzigen Zellen. Jede Zelle
trägt in ihrem Kern, in dem die Gene liegen, das Erbmaterial, das
jeder
Mensch von seinen Eltern geerbt hat. Jede Zellkern enthält
annähernd
100 000 Gene. Jedes einzelne Gen ist für die Synthese eines
Protein
verantwortlich und bestimmt so ein Merkmal des Körpers.
Bei einem Erwachsenen sind nur jeweils zehn Prozent der Gene zu
demselben
Zeitpunkt tätig. Aber während der Entwicklung des Fetus (des
Ungeborenen) in der Gebärmutter ist fast die Hälfte aller
Gene in jedem Kern gleichzeitig aktiv, um die Zellfunktionen
während
dieser
wichtigen Entwicklungsphase zu kontrollieren. Deshalb führen
Veränderungen
am Erbmaterial oft zu einer abnormen Entwicklung des
ungeborenen Kindes.
Die Gene liegen nicht frei im Kern, sondern sind wie Perlen auf
Schnüren
aufgereiht, diese Ketten nennt man Chromosomen. Jede
Körperzelle des Menschen enthält 46 Chromosomen. Diese bilden
23 Paare, wobei das eine Chromosom eines Paares von der Mutter stammt
und das andere vom Vater. Jedesmal wenn sich eine Körperzelle
teilt, erhalten die neugebildeten Zellen wieder den vollständigen
Chromosomensatz, also 46 Stück.
Die einzigen menschlichen Zellen, die sich hiervon unterscheiden,
sind
die Keimzellen, die Ei- und die Samenzellen: Sie enthalten nur 23
Chromosomen. Bei der Befruchtung verschmelzen Ei- und Samenzelle, und
die neuentstandene Zelle (Zygote) hat wieder 46 Chromosomen.
Die genetischen Veränderungen beim Down-Syndrom:
Down-Syndrom entsteht durch ein zusätzliches Chromosom bzw.
durch
einen zusätzlichen Chromosomen-Abschnitt. Die Zellen von
Menschen mit Down-Syndrom enthalten drei Chromosomen 21. Da die Gene,
die Chromosom 21 liegen, in dreifacher Ausführung vorhanden
sind, werden bestimmte Proteine in einer übermäßigen
Menge produziert. Wenn sich der Fetus mit Down-Syndrom entwickelt,
teilen
sich die
Zellen seiner Körpers nicht so schnell wie normalerweise.
Die Kinder sind oft kleiner bei der Geburt als der Durchschnitt der
anderen Neugeborenen.
Alle Kinder mit Down-Syndrom haben das Chromosom 21 dreimal. Aber je
nachdem, ob nur ein Teil vom Chromosom 21 oder das gesamte
Chromosom zusätzlich vorhanden ist und ob die verantwortlichen
Gene in jeder Zelle zu oft vorkommen, unterscheidet man drei Formen von
Down-Syndrom : die freie Trisomie 21 (Häufigkeit 95 Prozent),
die Translokationstrisomie (Häufigkeit 4 Prozent), und das
Trisomie-21-Mosaik (Häufigkeit 1 Prozent).
Dazu empfehle ich folgende Seiten:
Down-Syndrom Netzwerk Deutschland e.V. - die Gemeinschaft der Down-Syndrom Vereine in Deutschland
Infos zum
Sozialrecht
AK Down-Syndrom
e.V. Kirchlinteln
- sehr umfangreich und informativ
AK Down-Syndrom Bielefeld e.V.
Down-Syndrom Selbsthilfegruppe Halle
Menschen mit Down-Syndrom, Eltern & Freunde, Würzburg